Seit 2009 beschäftigen wir uns mit dem Thema Wagyu-Rinder und deren Haltung.
Viele haben sicherlich schon vom sagenumwobenen, sündhaft teuren Schlachtrind aus Japan bzw. der Stadt Kobe gehört, welches dort massiert und mit Reiswein gefüttert bzw. behandelt wird. Original Kobe-Rinder sind als Marke in Japan geschützt und dürfen nicht exportiert werden. Es handelt sich bei Wagyufleisch außerhalb Japans um "Kobe-Style", welches dem Original sehr nahekommt bzw. es handelt sich um dieselbe Rasse.
Um detaillierte Informationen über deren Fütterung, Bedürfnisse und Zucht zu erhalten, haben wir uns an den Wagyuverband Deutschland gewandt. Durch die Vertiefung von Mitgliederkontakten ist es uns vor einiger Zeit gelungen, eine eigene kleine Wagyu-Herde aufzubauen. Auf Grund der weiteren vertrauensvollen Zusammenarbeit mit anderen Verbandsmitgliedern stieg nicht nur die Anzahl der in Pension gehaltenen Tiere, sondern auch unsere Erfahrungen mit dieser edlen Rinderrasse.
Wagyufleisch wird heute überwiegend aus den USA, Australien oder Neuseeland importiert und bei verschiedenen Anbietern im Internet oder Feinkost - Großhändlern vertrieben. Dabei kommt nicht selten auch Fleisch aus Kreuzungen in den Handel.
Rasseporträt
Das Wagyu-Rind ist eine Rinderrasse, die ursprünglich aus Japan stammt. Übersetzt heißt Wagyu „Japanisches Rind“. Diese Tiere zählen zu den teuersten und exklusivsten Rindern der Welt.
Bekannter ist das Wagyu-Rind unter dem Namen „Kobe Rind“. Dieser geschützte Name darf aber aus rechtlichen Gründen nur in der Region Kobe in Japan verwendet werden. „Kobe Rinder“ dürfen nur „Kobe Rind“ genannt werden, wenn sie in Kobe geboren, aufgewachsen, gemästet und geschlachtet worden sind. Außerhalb Japans nennt man sie nach ihrer Rasse, also „Wagyu“ Rind. Ähnlich wie der Begriff „Champagner“, der nur aus der Region Champagne so genannt werden darf.
Wagyu bzw. Kobe-Rinder wurden in Japan als Arbeitstiere genutzt und sind oft deshalb sehr menschenbezogen. Erst spät erkannte man deren besondere Eigenschaft bezüglich der Fleischqualität.
In den 90er Jahren sind zu wissenschaftlichen Zwecken einige Tiere aus Japan in die USA gebracht worden. Dort wurde das beste Rindfleisch der Welt sowie die Rinder erforscht und es wurde mit den vorhandenen Genen gezüchtet und Herden vergrößert.
Nachdem die Population der Wagyuzucht außerhalb Japans zunahm, wollten die Japaner keine weiteren Tiere, Fleisch, Embryonen oder auch Samen mehr exportieren. Deshalb besteht in den übrigen Ländern nur der geringe Genpool, der damals aus Japan gekommen ist. Seit Juli 2014 darf in geringen Mengen Fleisch wieder aus Japan exportiert werden.
Der überwiegende Teil der Wagyu-Rinder ist schwarz, einige wenige sind rot. Man kann unter den schwarzen Wagyu drei wichtige Hauptlinien unterscheiden.
Viele Züchter versuchen das Optimum aus diesen drei Linien in einem Tier zu vereinbaren. Zusätzlich gibt es noch die „Red-Wagyu“.
Die Rinder verfügen über ein kräftiges Vorderviertel und laufen zum Hinterviertel etwas schmaler zu. Wagyu-Ochsen leben doppelt so lange wie herkömmliche Mastbullen und weibliche Tiere oder Zuchtbullen noch viel länger.
Das Besondere an dieser Rasse ist ihr Fleisch. Diese Wagyu Rinder können gegenüber anderen Rassen als einzige das Fett in hohen Maßen, gleichmäßig in der Muskulatur entwickeln und somit eine gleichmäßige, feine Marmorierung ausprägen, die den einzigartigen Geschmack ausmacht.
Haltung
Die Rasse Wagyu wird grundsätzlich auch wie andere Mutterkuhrassen gehalten, das bedeutet, sie leben bei uns auf der Weide, wo alle Mutterkühe, Kälber, Bullen und Ochsen in einer Art Familie zusammenleben.
Dabei steht nicht die Fleischmenge im Vordergrund, sondern die Fleischqualität.
Wir versuchen in unbeschränkter Zeit, das beste Rindfleisch der Welt zu erzeugen, nicht wie bei anderen Rassen, in kurzer Zeit einen möglichst großen Schlachtkörper zu erhalten.
Deshalb versucht man den Stresspegel der Tiere so gering wie möglich zu halten, denn Stress erzeugt Adrenalin im Körper und dieses wiederum verursacht zähes Fleisch.
Wir versuchen Stress zu vermeiden, in dem wir neben der Weidehaltung, den Stall mit viel Komfort ausstatten.
Zum Beispiel wird Stroh eingestreut; kein Wagyu steht jemals auf Spaltenböden. Zusätzlich stehen den Rindern vollautomatische Rollbürsten und beheizbare Tränken zur Verfügung.
Entspannende Musik wird morgens und abends eingeschaltet, um die Tiere an einen gewissen Geräuschpegel zu gewöhnen und sie dadurch nicht schreckhaft werden.
Fütterung
Die Grundlage für qualitativ hochwertiges Wagyufleisch bildet zu 60% das genetische Potential der Rasse und zu 40% die Fütterung und Haltung der Tiere.
Die Herde wird in den ersten Jahren extensiv auf der Weide gehalten, das bedeutet, das die Tiere in Ihrer Familie mit Muttertieren, Kälbern und Ochsen auf der Weide grasen und genug Auslauf genießen können. Weibliche Tiere schlachten wir derzeit nicht. Diese bleiben bei uns ausschließlich der Nachzucht vorbehalten.
Die Ochsen, die für die Fleischverwertung in Frage kommen, werden nach ca. 2-2,5 Jahren aus der Herde selektiert und in einen gut belüfteten Offenstall mit dem extra an Bewegungsfreiheit aufgestallt. Diese Ochsen durchlaufen somit zwei Fütterungsstufen.
Diese zwei Punkte werden durch die Kastration der Bullen unterstützt. Das heißt, wenn man die Bullen, die nicht zur Zucht geeignet sind, kastriert, wachsen sie langsamer, nehmen weniger zu und haben nach einigen Jahren feineres und zarteres Fleisch.
Wir vergleichen dies gerne mit Bäumen. Eine Eiche wächst langsam und hat am Ende qualitativ hochwertiges und feinstrukturiertes Holz. Eine Pappel dagegen wächst schnell und hat eine relativ grobfaserige Holzstruktur.
Unser Futter kommt von unseren ca. 100 ha bewirtschafteten Flächen in der Umgebung unseres Hofes. Wir verwenden für unsere Schweine und Rinder hauptsächlich, die in Eigenproduktion angebauten Futtermittel wie Mais, Weizen, Gerste, Tritikale und Grassilage und geben diese in verschiedenen Mischungen an unsere Tiere weiter. Zusätzlich werden wir mit Biertreber einer kleinen Münsteraner Bio-Bierbrauerei versorgt.
Zucht
Neben der Fleischvermarktung ist für uns die Zucht ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres landwirtschaftlichen Unternehmens. Die Pensionstiere und unsere Wagyu-Rinder sind alle zusammen Fullblood, das heißt reinrassige Wagyu-Zuchtrinder.
In der Original-Zuchtbescheinigung eines unserer Tiere können Sie den Stammbaum (das Pedigree) einsehen. Die Herkunft ist bis zum Ursprungsland Japan belegbar. Da die Amerikaner auf dem Gebiet der Wagyuzucht führend sind, lassen wir auch unsere Tiere im Herdbuch der American-Wagyu-Assosiation eintragen und registrieren. In dieses Herdbuch werden nur 100 % Vollbluttiere aufgenommen, keine Kreuzungstiere, die es durch diverse Gentests auszuschließen gilt.
Unser züchterisches Ziel ist es, einen möglichst vielfältigen Herdenstamm zu unterhalten, damit wir den Kunden auch in Zukunft eine genetische Vielfalt anbieten können.
Verkauf
Wir haben bereits viele erstklassige Wagyu-Embryonen ins In- und Ausland verkauft. Wer schon Mutterkühe einer anderen Rasse besitzt, kann mit Wagyu-Embryonen in die Wagyuzucht einsteigen und diese von einem ET-Tierarzt in seine Kühe einsetzen lassen. Bei uns lebenden Tiere sind auf Erbfehler getestet und als erbfehlerfrei eingestuft worden, sowie genomisch getestet durch den Pfizer- und/oder Gene Seek-Test.
Für alle anderen zuchtinteressierten Kunden bieten wir Trägertiere mit reinrassig-eingepflanzten Wagyu-Embryonen an. Diese Trägertiere fungieren als „Leihmütter“ und tragen die reinrassigen Wagyu-Kälber aus. Das Kalb, welches nach ca. 9 Monaten geboren wird, ist ein reinrassiges Wagyu-Kalb, da die Verschmelzung von Wagyu-Samen und der Eizelle der Wagyu-Mutter schon vor dem Einsetzten stattgefunden hat.
Natürlich können auch reinrassige Wagyubullen, Wagyuochsen, Wagyukühe und Kälber bei uns erworben werden. Für Kunden, die nicht so lange auf die Geburt Ihres Kalbes warten möchten, bietet sich dann diese Variante an.
Bei uns sind alle Tiere reinrassige Wagyus und keine Kreuzungen!
Und neben den Rindern halten wir natürlich auch noch Schweine. Diese werden Regional vertrieben. Die Schlachtung und Weiterverarbeitung erfolgt im Nachbarort. Weitere Informationen dazu finden Sie unter: Münsterländer- Landschwein
Für weitere Fragen kontaktieren Sie uns bitte, wir helfen immer gerne weiter.
Selbstverständlich auch bei uns "vor Ort", wenn Sie sich von den Tieren ein Bild machen möchten.
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